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  POSTKARTENAKTION ZUM WELTGEBETSTAG 2008
GIFT IM URWALD GUYANAS

Der Einsatz von Quecksilber und Zyanid im Goldabbau bedroht das Recht auf Nahrung, Wasser und Gesundheit der indigenen Bevölkerung Guyanas. FIAN fordert zusammen mit der guyanischen Partnerorganisation Amerindians Peoples Association einen sofort wirksamen Import- und Exportstop für Quecksilber.

Im Goldsektor Guyanas dominiert heute der Kleinbergbau. Die Goldwäscher arbeiten mit einfachen Mitteln und setzen Quecksilber ein, was verheerende Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat: das goldhaltige Material wird in kleinen Mengen unter Beimischung von Chemikalien in ebenen Bewegungen zur Oberfläche geschüttelt. Die Zahl der Kleinschürfer in Guyana wird auf 12.000 geschätzt. Viele von ihnen sind Indigene (die sich selbst als Amerindians bezeichnen), für die das Goldschürfen oftmals die einzig verfügbare Einkommensquelle darstellt. Goldschürfen ist eine gefährliche, umweltverschmutzende und extrem gesundheits-gefährdende Arbeit. Der Kontakt mit Quecksilber führt zu Hautkrankheiten, Muskelschwund, Zittern, Fehlgeburten bis hin zu irreversiblen Störungen des Nervensystems. Nach der Gewinnung des Goldes wird die quecksilberhaltige Brühe in die Flüsse geschüttet, was zur Verschmutzung des Wassers und zur Vergiftung der Fische führt. Der Fischfang, der einen wesentlichen Bestandteil der täglichen Ernährung der Amerindians ausmacht, sowie die Nutzung der traditionellen Wasserquellen wird durch das Goldschürfen stark beeinträchtigt. Aufgrund der prekären Arbeitsmarktsituation in Guyana sind viele Menschen vom Goldschürfen als Einkommensquelle abhängig. Aus Mangel an alternativen Einkommensmöglichkeiten bleibt den Kleinschürfen häufig nichts anderes übrig, als die durch den Gebrauch von Quecksilber entstehenden Folgen in Kauf nehmen. Um dem ein Ende zu bereiten, sollte die guyanische Regierung Einkommensalternativen für die Betroffenen schaffen, durch die sie ihren Lebensunterhalt in einer Weise bestreiten können, die der Umwelt und der Gesundheit der lokalen Bevölkerung weniger schadet.

Menschenrechtliche Verpflichtungen von Guyana
Der Staat Guyana hat verschiedene internationale Konventionen unterzeichnet und ratifiziert. Dazu gehört der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte.

Der Staat ist verpflichtet, die durch diesen Pakt geschützten Rechte - zu denen auch das Recht auf Nahrung, Wasser und Gesundheit gehört - zu respektieren, zu schützen und zu gewährleisten. Dies setzt voraus, dass das Recht der Kleinschürfer auf Schutz vor Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch den Einsatz von Queck-silber und Zyanid vom Staat garantiert und umsetzt wird. Ebenfalls ist es die Pflicht des Staates, das Recht auf gerechte und günstige Arbeitsbedingungen anzuerkennen und Maßnahmen zu ergreifen, die es den Kleinschürfern ermöglichen, einen angemessenen Lebens-unterhalt zu erwerben. Die Anerkennung der Landrechte der Indigenen sowie der Schutz vor Landvertreibung im Zuge der Expansion des Großtagebaus ist zudem eine wichtige Voraussetzung, dass die Indigenen ihr Recht auf Nahrung und einen angemessenen Lebensstandard in Zukunft wahrnehmen können.

Bitte unterstützen Sie die indigene Bevölkerung Guyanas und beteiligen Sie sich an unserer Postkartenaktion. Es ist sehr wichtig, dem Präsidenten der Republik Guyana zu diesem Zeitpunkt deutlich zu machen, dass die Situation international beobachtet wird.

Die Postkarten können bei FIAN bestellt werden:
FIAN Österreich
fian-oe@oneworld.at

Die unterzeichneten Karten werden bis zum 15. Mai 2008 bei FIAN gesammelt. Ende Mai organisieren wir zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation Amerindians Peoples Association die Übergabe der Karten an die zuständigen Behörden.

Dokumente zum Download:
Hintergrundinformation_Guyana.pdf
Unterschriftenliste_Guyana.pdf