Öffentliche Beschaffung

 

Die Ausgaben öffentlicher Einrichtungen in den Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) machen durchschnittlich 16% des Bruttoinlandsprodukts aus. In einer EU-Richtlinie des Jahres 2004 wird in Artikel 26 festgehalten: „Die öffentlichen Auftraggeber können zusätzliche Bedingungen für die Ausführung des Auftrags vorschreiben (…). Die Bedingungen für die Ausführung eines Auftrags können insbesondere soziale und umweltbezogene Aspekte betreffen.“

 

In Österreich betragen die jährlichen Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden mit Steuergeldern für öffentliche Güter und Dienstleistungen etwa 40 Milliarden Euro. Viele der gekauften Güter werden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern gefertigt. Dazu zählen neben Produkten wie Arbeitsbekleidung und Computern auch Blumen.

 

Faire öffentliche Beschaffung in Österreich

Im Rahmen der Arbeit zum österreichischen Aktionsplan für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung, der vom Lebensministerium koordiniert wird, arbeitet derzeit eine ExpertInnengruppe an sozialen Kriterien. In der Gruppe sind VertreterInnen aus Ministerien und der Zivilgesellschaft (u.a. die Südwind Agentur und FAIRTRADE Österreich) vertreten. Ein wichtiger Bestandteil dieser Kriterien ist die Zulieferkette von Produkten.

Eine Handreichung zur Berücksichtigung von Umweltkriterien wurde bereits fertig gestellt.

 

Blumen fair beschaffen!

Faire Blumen können von Ministerien, Ländern und Gemeinden ohne Ausschreibungsverfahren im Rahmen der Direktvergabe gekauft werden, insofern der Wert des Auftrages 100.000 Euro nicht übersteigt. Öffentliche Institutionen können durch große Einkaufsmengen die Bedingungen in der globalen Blumenproduktion direkt verbessern und eine Vorbildfunktion für Unternehmen und KonsumentInnen ausüben.

 

So achten das Büro der Parlamentspräsidentin Barbara Prammer wie auch das Veranstaltungsbüro des Parlaments beim Einkauf von Blumen auf faire Gütesiegel. Die Stadt Wien hat in ihrem neuen rot-grünen Regierungsprogramm festgehalten, dass sie wienweit Produkte aus fairem Handel in der öffentlichen Beschaffung einsetzen will, wobei speziell auch die "sozial verantwortungsvolle öffentliche Beschaffung" betont wird. Die SPÖ wiederum hat auf ihrem Bundesparteitag im Juni 2010 beschlossen, Konsumgüter aus fairem Handel oder aus biologischer Landwirtschaft bei Konferenzen, Sitzungen und in Sekretariaten zu verwenden. Auch hier werden Blumen dezidiert erwähnt.

 

Was können öffentliche Institutionen tun?

  • Motivieren Sie Ihre Floristin oder Ihren Floristen dazu, Blumen des Gütesiegels FAIRTRADE in das Sortiment aufzunehmen!
  • Fassen Sie einen öffentlichen Beschluss, beim Einkauf von Blumen, aber auch von anderen Produkten,  auf soziale und Umweltkriterien zu achten!

 

Praktische Informationen finden Sie im Handbuch sozial fairer Beschaffung der Südwind Agentur auf www.fairebeschaffung.at und auf der Homepage vom Südwind.

 

Bereits 45 Fairtrade-Gemeinden und  2 Wiener Fairtrade Bezirke haben sich durch öffentliche Beschlüsse zur Umsetzung des fairen Handels verpflichtet. Dazu zählt auch das Angebot fairer Blumen. Mehr dazu hier

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