
Gold als saubere und sichere Investition ist spätestens seit der Finanzkrise beliebt, wie schon lange nicht mehr, was sich auch im steigenden Goldpreis zeigt. Die Länder, in denen Goldbergbau
betrieben wird, profitieren allerdings wenig von dieser Entwicklung. Die Gewinner sind
ausländische Unternehmen. Seit 1983 wurde der Bergbausektor auf Anraten der Weltbank weitgehend privatisiert.
Die Faszination Gold hat die Jahrtausende überdauert. Geändert hat sich aber die Art und Weise, wie Gold gewonnen wird. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde Gold aus Flüssen gewaschen oder unter Tage aus dem Berg geklopft. Heute fressen sich riesige Bagger durch die Landschaft, um in Tagebau-Gruben große Gesteinsschichten abzutragen. Im industriellen Goldabbau wird das goldhaltige Gestein abgebaut, zermalmt und mit einer Zyanidlaugung bearbeitet, um den wertvollen Rohstoff zu gewinnen. Zurück bleiben riesige Kraterlandschaften, wo einst Regenwälder und fruchtbares Ackerland waren. Was von der Regierung als Investitions- und Devisenbringer gesehen wird, bringt der Bevölkerung Umweltzerstörung und Menschenrechts- verletzungen. So sind im westafrikanischen Ghana bereits 13% des Landes dem Goldabbau gewidmet.
Bauern und Bäuerinnen, die seit jeher diese Landflächen bewirtschaftet haben, werden unter dem Vorwand des „nationalen Interesses“ von ihren Feldern vertrieben und erhalten durch ihre schwache Verhandlungsposition keine angemessene Entschädigung. Die Nahrungsversorgung ist durch das Vorgehen der Bergbauunternehmen, die nicht selten von staatlicher Seite militärisch unterstütz werden, massiv gefährdet oder bereits zerstört.
Ahafo - Bergbau untergräbt Menschenrechte
Die Brong Ahafo Region ist die Kornkammer Ghanas. 30 Prozent der Nahrung des Landes wird hier produziert. Newmont, ein ameri- kanischer Minenkonzern, betreibt die Ahafo-Goldmine in dieser Region. 2006 gewährte die Weltbanktochter IFC International Finance Corporation dem Goldgiganten einen Kredit von 125 Millionen Dollar. Für die erste Phase des Projekts wurden zwischen 2005 und 2006 etwa 5.000 Menschen umgesiedelt, etwa 4.500 Bauern verloren zudem zumindest einen Teil ihres landwirtschaftlich genutzten Landes. Die Ernährungssituation der Umgesiedelten hat sich deutlich verschlechtert, nicht nur was die Quantität, sondern auch was die Qualität der Nahrungsaufnahme angeht. So haben die Umgesiedelten nicht nur ihr Land verloren, sondern auch den Zugang zu den Wäldern, wo sie früher Wild, Pilze und andere Nahrung fanden.
Trotz vieler ungelöster Probleme setzt es das Unternehmen alles daran, in einer zweiten Phase das Projekt auszubauen. Die Erweiterung Ahafo North soll 8.000 Hektar umfassen, 1.500 weitere Hektar werden zusätzlich im Umfeld der aktuellen Mine benötigt. Wieviele Menschen umgesiedelt werden müssen ist noch unklar. Die Verbindungsstrasse soll teilweise durch ein Wald- schutzgebiet führen, die Hauptverkehrsstrasse der Region muss verlegt werden. FIAN fordert von der Weltbank, sicherzustellen, dass die Fehler der ersten Phase nicht wiederholt werden. Die Regierung muss sicherstellen, dass die Rechte der Menschen in der Genehmigungsphase eine bedeutende Rolle spielen.
Film: Der Fall Ahafo Newmont Ghana Gold Ltd.
Akyem - Goldgrube im Waldschutzreservat
Der US-amerikanische Minenriese Newmont versucht seit einigen Jahren eine Abbaulizenz im Waldschutzreserat Ajenjua Bepo, im Osten Ghanas, zu bekommen. Im Februar 2009 hat die ghanaische Umweltbehörde die Umwelt- verträglichkeitsprüfung zugestimmt. Die Gesamtfläche der Mine wird 1.915 Hektar betragen. Für die Akyem-Goldmine sollen auch 74 Hektar des Waldschutzreservates Ajenjua Bepo zerstört werden. Die im Gebiet lebenden Kleinbauern fürchten um ihre Existenz. Fast 10.000 Menschen werden ihr Land verlieren und 1.330 von ihnen sollen umgesiedelt werden.
Iduapriem - Ackerland muss Abraumhalde weichen
Die Iduapriem Goldmine liegt im Wassa West Distrikt und wird aktuell von AngloGold Ashanti betrieben. Kleinbauernfamilien, die auf der Konzession der Goldmine Iduapriem leben, leiden zunehmend an Hunger, da ihr Land von den Abraumhalden der Mine verschüttet werden. Hinzu kommt, dass Wasserquellen versiegt oder verschmutzt sind, und dass Brunnen nicht funktionieren.
Film: AngloGold Ashanti Iduapriem Mine